Wer die Schneifel kennt, weiß was Freiheit ist...

Hintergründe zum Projekt

Die Landesregierung Rheinland-Pfalz schreibt in Abständen oder aus aktuellem Anlass die Ziele der Landesentwicklung in ihrem Landesentwicklungsprogramm - kurz LEP - fort. Aktuell ist das Landesentwicklungsprogramm in Teilen zum vierten mal in der Landesgeschichte fortgeschrieben worden. Die seit dem 16. März 2013 gültige Fassung heißt in der politischen Alltagssprache: Teilfortschreibung LEP IV

Schwerpunkt in der Landespolitik ist der Ausbau von erneuerbaren Energien.
Dabei spielt Windenergie eine große Rolle.
Um nun zu vermeiden, dass landesweit überall und unkoordiniert Windkraftanlagen entstehen, wurden im Planungsauftrag durch das Büro BGHplan in Trier sogenannte Windvorrang-Flächen ermittelt. Das sind Gebiete mit hohem und regelmäßigem Windaufkommen, in denen Windkraftanlagen wirtschaftlich gut betrieben werden können. Gleichzeitig möchte die Landesregierung erreichen, dass Windkraftanlagen und die notwendigen Infrastrukturen, wie Stromstrassen, Transportwege etc. gebündelt an den ausgewiesenen Standorten entstehen. Im Umkehrschluss dürfen Windkraftanlagen nirgendwo anders, als auf den ausgewiesenen Vorrangflächen errichtet werden.    

Diese Vorgaben auf Landesebene verändern die bestehende Raumordnung. Insbesondere der politische Wille, 2% der Waldflächen für die Windenergie nutzbar zu machen, ist bislang nicht in der Flächennutzung vorgesehen. Es ist nun Aufgabe der Gemeinden, bestehende Flächennutzungspläne in Hinblick auf die vom Land vorgegebenen Ziele zu ändern.


Durch die Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms (LEP IV) und die Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsplans der Region Trier (RROP) ergibt sich für die Träger der Bauleitplanung, also die Verbandsgemeinden, eine Anpassungspflicht des Flächennutzungsplans an die neuen übergeordneten Ziele und Vorgaben. 

Durch  die  Untersuchung  soll  eine  Konzentration  von Windenergieanlagen auf siedlungs- und landschaftsverträgliche Standorte gewährleistet werden.

Da  die  Verbandsgemeinde  Trägerin  der  Flächennutzungsplanung  ist,  obliegt  es  ihrer  Entschei dung, ob die Ergebnisse dieses Standortgutachtens im Zuge der Abwägung der einzelnen Belange bei der Flächennutzungsplan-Fortschreibung berücksichtigt werden.

Mit der Darstellung von Sonderbauflächen „Windenergienutzung“ im Flächennutzungsplan soll für das übrige Gebiet der Verbandsgemeinde eine Ausschlusswirkung für Windenergieanlagen erreicht werden.

Die vollständige Textbegründung des Planungsbüros BGHplan aus Nomeber 2013 ist auf der home-page der Verbandsgemeinde Prüm nachzulesen

Und das steht auf dem Spiel...

Wer die Schneifel kennt, weiß wo der Wind weht. Es ist also wenig verwunderlich, das weite Gebiete auf dem Schneifelrücken als Windvorrangflächen ausgewiesen sind. Wenn die Verbandsgemeinde einer Änderung des Flächennutzungsplanes pro Windenergie zustimmt, werden auf der Schneifel 30-50 gigantische Windräder aufgestellt, von denen jedes einzelne 200 Meter in den Himmel ragt. Auf dem Boden müssen weite Teile des Waldes gerodet werden. Für den Baustellenbetrieb und die anschließende Wartung der Anlagen müssen Straßen und Wege verbreitert werden.  

Das Projekt ist in der Planung weit fortgeschritten. Wenn die Abstimmungsergebnisse vorliegen, können Baugenehmigungen erteilt werden. Dann kann alles ganz schnell gehen.

Mit der Schneifel als Naturzone wäre es dann wohl vorbei.  

Wer also die Schneifel liebt, sollte in den kommenden Monaten auch genau darauf achten, woher der Wind weht.